Die Bischöflichen Weingüter Trier

Die Bischöflichen Weingüter Trier

Erstklassige Qualität und traditionelles Handwerk

Durch den Zusammenschluss der drei bedeutenden Weingüter des Bischöflichen Konvikts Trier, des Bischöflichen Priesterseminars Trier und der Hohen Domkirche Trier im Jahr 1966 ist ein Weingut mit Weinbergen in absoluten Spitzenlagen an Mosel, Saar und Ruwer entstanden: die Bischöflichen Weingüter Trier. In der hauseigenen Vinothek der Bischöflichen Weingüter Trier baten wir den Güterdirektor Dr. Karsten Weyand und den neuen Marketing- und Vertriebsleiter Alexander Jelen zum Gespräch, um mehr über das traditionsreiche Unternehmen zu erfahren.

Top Magazin: Welche Weine können in dieser Vinothek verkostet werden?
Dr. Karsten Weyand: Wir bieten hier eine große Auswahl unserer Burgunder- und Rieslingweine an – ob trocken, feinherb, frucht- oder edelsüß. Kunden können die verschiedenen Weine probieren, entdecken – und viel wichtiger, den gefundenen Favoriten auch vor Ort kaufen. Viele sind von unseren Weinen begeistert, wissen aber gar nicht, dass man diese auch bei uns im Weingut in der Gervasiusstraße kosten und erwerben kann. Zudem ist für uns bei der Verkostung die individuelle und fachgerechte Beratung selbstverständlich.

Top Magazin: Wie wichtig sind Ihnen Auszeichnungen und Stimmen von Weinkritikern?
Dr. Karsten Weyand: Aktuell haben wir eine ganze Reihe hervorragender Bewertungen von Weinen des Jahrgangs 2015 aus den USA erhalten. Diese werden in der Dezemberausgabe des Wine Enthusiast Magazine veröffentlicht. Solche Auszeichnungen und Kritiken können helfen den Wein abzusetzen und vor allem können wir hierüber mit unseren Kunden kommunizieren. Aber letzten Endes ist es eine Bewertung, die sehr subjektiv ist. Oft wird bei Bewertungen auch Qualität mit Stilistik verwechselt und manche Weinstile kommen bei dem einen oder anderen Kritiker nicht gut an, obwohl der Wein eigentlich eine sehr gute Qualität hat.
Alexander Jelen: Mir persönlich sind die Auszeichnungen und Stimmen von Weinkritikern eher unwichtig. Wir wissen sehr genau, was der Markt verlangt und was der Endverbraucher fordert. So wissen wir auch, dass wir mit unserer 2015er-Kollektion im obersten Zehntel des Weinbusiness sind, was Akzeptanz, Geschmack und Vielfalt betrifft. Nichts-destotrotz sind positive Auszeichnungen und Stimmen für das Kaufverhalten eines Endverbrauchers durchaus von Vorteil. Gerade im SB-Bereich, online oder bei LEH-Mitnahme (Lebensmitteleinzelhandel), ist dies für den Kunden von Bedeutung, da der Wein dort vor dem Kauf in der Regel nicht verkostet werden kann.
Top Magazin: Was sind die größten Herausforderungen für die Bischöflichen Weingüter Trier?
Alexander Jelen: Zunächst einmal ist hervorzuheben, dass wir durch den Zusammenschluss der drei Weingüter sowie mit dem Kauf des „Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums“ 2003 das größte Weingut an Mosel, Saar und Ruwer sind. Wir haben insgesamt eine Anbaufläche von 130 Hektar und sind eines der wenigen Weingüter, die in allen drei Flusstälern vertreten sind. In der Vergangenheit haben wir uns überwiegend auf das direkte Endverbrauchergeschäft konzentriert, nun möchten wir uns zusätzlich verstärkt dem Lebensmittel- und Onlinehandel sowie den neuen Vertriebskanälen widmen. Des Weiteren müssen wir entscheiden, welche Weine wir in welchem Kanal anbieten können, d.h. was passt in die Gastronomie, in den Handel und was ist besser für den Endverbraucher.
Dr. Karsten Weyand: Zudem befinden wir uns in einem Anbaugebiet mit den höchsten Produktionskosten – insbesondere auch personelle Kosten. Durch die Handarbeit in den Steillagen haben wir einen sehr hohen Personaleinsatz, was sich natürlich auf die Preisstellung der Weine und die Margen auswirkt. Im Wesentlichen sind wir sozusagen Handwerker. Unsere Weine werden etwa zu 1/3 in Fudern vergoren und ausgebaut, den traditionellen 1.000-Liter-Holzfässern. Etwa so wie vor 100 oder 200 Jahren. Wir stehen natürlich im Wettbewerb mit anderen Weinbaugebieten, die zum Teil in flacheren Rebanlagen voll mechanisiert sind. Dadurch haben sie ganz andere Kostenstrukturen. Wir kaufen auch keine Weine zu, wir verarbeiten ausschließlich Trauben aus unseren eigenen Weinbergen. Anders als Abfüllbetriebe oder Betriebe, die Fassweine günstig zukaufen und diese dann unter ihrer Etikette anbieten.

Top Magazin: Auf welchen Märkten sind Sie mit Ihren Weinen vertreten? Und welche wollen Sie mittel- und langfristig noch erobern?
Alexander Jelen: Wir möchten hier und anderswo möglichst viele Menschen erreichen, die sich für Wein interessieren und dieses Kulturgut zu schätzen wissen. Unser Sortiment baut sich daher über alle Geschmacksrichtungen sehr übersichtlich und für jede Gelegenheit passend vom Gutswein in der DOM Serie bis zu den gehobenen Klassikern der Prädikatsweine inklusive einer ganzen Reihe von Riesling-Ikonen auf. Bei uns ist für jeden und jede Gelegenheit der passende Wein vorhanden. International sind wir beispielsweise in den USA, Kanada oder Skandinavien vertreten. National möchten wir den Markt zunächst in unserem Kerngebiet rund um Trier, rund um den Stammsitz Mosel, Saar, Ruwer wieder stärker ausbauen und noch stärker die Jungen und Junggebliebenen erreichen. Wir werden auf der einen Seite im Event- und Sponsoringbereich einige Veranstaltungen fördern und Images aufbauen. Im Handel, in Restaurants und in Vinotheken müssen wir als größtes Weingut der Region besser präsent sein, sozusagen wieder „Talk Of The Town“ werden.

Top Magazin: Gibt es schon konkrete Pläne/Ideen, wie Sie dies angehen möchten?
Alexander Jelen: Ja, wir sind u.a. dabei eine junge Marke aufzubauen – Fritz Willi. Erkennbar an einem modernen roten Etikett mit weißer Aufschrift. Sie richtet sich an die jüngere Generation, die Weine nach visuellen Gesichtspunkten kauft. So möchten wir diese an unsere Weine he-
ranführen. Das ist ein spannendes Thema für die junge Gastronomie und den jungen Handel.

Top Magazin: Welche Entwicklungen in der Weinwelt finden Sie besonders spannend?
Dr. Karsten Weyand: Die Weinwelt wird immer globaler. Dies eröffnet neue Möglichkeiten in potenziellen Exportmärkten. Wir exportieren beispielsweise seit Anfang dieses Jahres unseren Wein verstärkt in die gehobene Gastronomie Italiens. Vor 15 Jahren wäre dies eher wenig wahrscheinlich gewesen. Oder nehmen Sie Asien: Einen unserer Weine können Sie bei Singapore Airlines über den Wolken genießen. Andere Weine aus unserem Sortiment erhalten Sie in China, Südkorea oder Hongkong. Zudem liegen Weine, die früher einmal in Mode waren und gleichzeitig Tradition haben, wieder im Trend. Zum Beispiel restsüße Weine mit wenig Alkohol. Diese haben das Anbaugebiet, den Riesling und den deutschen Wein international berühmt gemacht. Das ist eine sehr spannende Tendenz. Spannend sind auch die Herausforderungen des Klimawandels. Anbautechniken, Rebsorten und Weinstile ändern sich – auch an der Mosel!

Top Magazin: Wagen wir zum Schluss noch einen kleinen Blick in die Zukunft: Wie ist das Weinjahr 2016 bisher verlaufen, wie sind die Aussichten auf einen guten Jahrgang?
Alexander Jelen: Aufgrund des langen kühlen und nassen Wetters im Frühjahr und im Sommer vom Austrieb der Reben bis weit nach der Rebblüte, der dadurch bedingten langsamen Entwicklung der jungen Beeren und Problemen mit Pilzbefall an Blättern und Trauben wird es mengenmäßig weniger Ertrag geben als 2015. Wenn das Wetter allerdings nach der enormen Hitze im August und September, durch die die Reben ungemein in ihrer Entwicklung aufgeholt haben, weitgehend so trocken und angenehm bleibt wie ab Mitte September, kann es dafür jedoch in den besseren Einzel- und Spitzenlagen sehr gute Qualitäten geben. Die Trauben werden relativ hohe Reifegrade erreichen und der Riesling sich äußerst aromatisch entwickeln. Wahrscheinlich werden wir für den 2016er-Jahrgang eine ganze Palette gehobener Rieslingqualitäten und wunderbare Burgunderweine anbieten können. Wir haben Glück, denn wir sind im Verhältnis von vielen Wetterkapriolen wie Spätfrost oder Hagel wesentlich weniger betroffen als andere, da sich unsere Rebflächen über etwa 95 Flusskilometer von Erden an der Mittelmosel über die Ruwer bis nach Ayl an der Saar verteilen.

Information:
Öffnungszeiten Vinothek
Montag – Freitag: 9.00 – 18.00 Uhr
Samstag: 10.00 – 14.00 Uhr
Gervasiusstraße 1
D-54290 Trier

Telefon +49 (0)651 14576-0
Telefax +49 (0)651 14576-630
E-Mail info@bischoeflicheweingueter.de
Web www.bischoeflicheweingueter.de
Shop shop.bischoeflicheweingueter.de

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