Unternehmensgründung – Die richtige Rechtsform von Anfang an

Unternehmensgruendung

Wer in die Selbstständigkeit starten will, ist gut damit beraten, sich bereits im Vorfeld über die Konsequenzen zu informieren und beraten zu lassen, insbesondere auch über die für das neue Unternehmen passende Rechtsform. Diese sollte sich vor allem nach den individuellen Rahmenbedingungen des Gründers richten.

Die wichtigsten Rechtsformen im Überblick:

Einzelunternehmen:
Die wesentlichen Vorteile sind die einfache Gründung und der geringe Verwaltungsaufwand. Darüber hinaus sind Anfangsverluste steuerlich verrechenbar. Der Nachteil ist die volle Haftung des Inhabers mit seinem gesamten Betriebs- und Privatvermögen sowie die Steuerbelastung (bis zu 45 %) bei hohen Gewinnen. Es eignet sich im Wesentlichen bei zunächst nebenberuflicher Selbstständigkeit, vor allem bei kleinen Betrieben mit geringem Haftungsrisiko.

Personengesellschaft:
Sie ist ein Zusammenschluss von mindestens zwei Personen zur Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks. Beispiele: die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), die OHG (offene Handelsgesellschaft), die KG (Kommanditgesellschaft) und die GmbH & Co. KG. Die Vorteile der GbR sind die relativ schnelle und einfache Gründung sowie die geringen Gründungskosten. Ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag ist nicht vorgeschrieben, jedoch sehr empfehlenswert, die Vertragsgestaltung ist flexibel. Durch die unbeschränkte Haftung der Gesellschafter erhält die Gesellschaft zudem hohe Kreditwürdigkeit. Sie ist vor allem für kleinere Handwerksbetriebe, Landwirte, Sozietäten von Freiberuflern oder Arbeitsgemeinschaften im Baugewerbe interessant. Ein Nachteil der GbR ist vor allem die unbeschränkte Haftung aller Gesellschafter für die Schulden der GbR, auch mit ihrem Privatvermögen.

Steuerlich sind sämtliche Personengesellschaften transparent, das heißt, der Gewinn / Verlust wird zwar in der Gesellschaft ermittelt, unterliegt aber mit dem jeweiligen Anteil der Einkommensteuer des Gesellschafters. Jedoch besteht die Gefahr der steuerlichen „Abfärbung“ von gleichzeitig gewerblichen und nicht gewerblichen Tätigkeiten innerhalb der gleichen Gesellschaft, die lediglich durch Gründung einer weiteren Gesellschaft abgewendet werden kann. Die KG ist die einzige Mischform mit mindestens einem vollhaftenden Gesellschafter und mindestens einem Teilhafter. Der Abschluss eines Gesellschaftsvertrages und die Eintragung im Handelsregister sind Voraussetzung für die Gründung. Bei dieser Rechtsform haftet der Komplementär unbeschränkt, der Kommanditist jedoch lediglich mit seiner vereinbarten Hafteinlage; zur Geschäftsführung befugt ist allein der Komplementär. Wesentlicher Vorteil der KG ist die Kapitalbeschaffungsmöglichkeit durch die Beteiligung von Kommanditisten, ohne die Geschäftsführung und Vertretung mit diesen teilen zu müssen. Ein Nachteil der KG ist, dass sie durch Eintragung im Handelsregister Kaufmann wird und weiteren handelsrechtlichen Regelungen (mit höherem Verwaltungsaufwand) unterliegt.

Die einzige Form der Personengesellschaft mit vollständiger Haftungsbeschränkung ist die GmbH & Co. KG, eine Sonderform der KG. Als vollhaftender Komplementär tritt keine Privatperson, sondern eine durch ihre Rechtsform ohnehin haftungsbeschränkte GmbH auf. Das Haftungsrisiko lässt sich somit massiv begrenzen. Auch steuerlich lassen sich die Vorteile der Personen- und Kapitalgesellschaft kombinieren, daher ist die GmbH & Co. KG bei gewünschter Haftungsbeschränkung der GmbH vorzuziehen.

Kapitalgesellschaft:
GmbH Zu den Vorteilen der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gehört, dass sie mit nur einem Gesellschafter gegründet werden kann und lediglich mit dem Gesellschaftsvermögen haftet (Voraussetzung ist die gewissenhafte Geschäftsführung der GmbH). Interessant ist die GmbH vor allem bei erhöhtem Haftungsrisiko, steuerlich jedoch nur bei hohen Einkommen bzw. Gewinnen (Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer rund 30 %). Wesentliche Nachteile der GmbH sind die hohen Gründungskosten durch die erforderliche notarielle Gründung, zudem muss das Stammkapital von 25.000 € mindestens zur Hälfte eingebracht werden, die umfangreichen steuerrechtlichen Vorgaben sowie die erhöhten handels- und insolvenzrechtlichen Pflichten wegen der Haftungsbeschränkung, besonders in Verlustsituationen. Auch die volle Besteuerung des gesamten Gewinns mit Körperschaft- und Gewerbesteuer (30 %) ist ein Nachteil dieser Rechtsform.

Monika Adolf – Steuerberaterin
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